Landessieger "die gute Form"

 

Siegerstück gibt alten
Scheiben neues Leben


Benedikt Held aus Köln gewinnt Tischlerwettbewerb „die gute form“ mit seiner „Musiktruhe Roswitha“

 

Handwerkliches Geschick trifft Gestaltungskompetenz: Neben dem Beherrschen von Geräten und Maschinen und einem fundierten Wissen über Werkstoffe gehört die Kreativität zu den wichtigsten Werkzeugen eines Tischlers.

Ein besonders überzeugendes Stück stellte dabei aus Jurysicht Benedikt Helds (Ausbildungsbetrieb: Gesellschaft für neue Innenraum-Kultur mbH, Köln) „Musiktruhe Roswitha“ dar. Der Kölner setzte sich mit seinem Gesellenstück im Landeswettbewerb um „die gute form“ durch. Das fast drei Meter lange Board ist aus Rüster gearbeitet und verbirgt unter einer seiner drei Klappen ein „altes Schätzchen“: einen Plattenspieler aus den 70er Jahren. „Das alte Gerät so sorgfältig und liebevoll in das Möbel zu integrieren, ist nicht museal konservierend, sondern Ausdruck neuer Wertschätzung der Schallplatte, die sich – längst totgesagt – neuer Liebhaber erfreut“, heißt es im Juryurteil. Das alte Resopal des Plattenspielerdeckels, sichtbar gezeichnet von den Spuren einstigen Gebrauchs, hat Benedikt Held behutsam aufbereitet und neu auf Vollkernmaterial laminiert – seitlich eingefasst von der feinen Oberfläche der Klappen aus geschliffenem und geöltem Linoleum. „Die Musiktruhe ist ein absolut modernes Möbel, dessen Wirkung auf den Betrachter mit zunehmender Auseinandersetzung noch wächst“, so die Jury.


 

 

die gute form – Tischler gestalten ihr Gesellenstück Jurybegründung 2011

1. Preis, Benedikt Held

Den ersten Preis vergibt die Jury in diesem Jahr an Benedikt Held für seine Musiktruhe 'Roswitha'.

Ein fast drei Meter langes Bord in Rüster, dreiseitig hochgefaltet zu einer Einfassung. Darin drei aufzustellende Klappen, angeschlagen mit Zapfenbändern. Sie vervollständigen den Innenraum, machen aus dem Bord die Truhe. Die mittlere Klappe in Material und Machart verschieden, verschließt das Zentrum des Möbels, den Plattenspieler.

Der aktuell allgemein unter dem Stichwort 'Retro' verbreitete Designtrend erstarrt allzu oft in nachahmend kopierender Blickrichtung rückwärts ins Vergangene. 'Retro' führt nur dann nach vorne in die Zukunft, wenn er die Vergangenheit mit Witz und Ironie in die Zukunft wendet.

Genau dies gelingt Benedikt Held.

Den alten Plattenspieler aus den 70-er Jahren so sorgfältig und liebevoll in das Möbel zu integrieren, ist nicht museal konservierend, sondern Ausdruck neuer Wertschätzung der Schallplatte, die sich - längst totgesagt – neuer Liebhaber erfreut, wie die ausgestellte LP mit Erscheinungsdatum 2011 belegt.

So wird das authentisch alte Resopal des Plattenspielerdeckels, sichtbar gezeichnet von den Spuren einstigen Gebrauchs, behutsam aufbereitet und neu auf Vollkernmaterial laminiert, eingefasst von der modernen, feinen Oberfläche der seitlichen Klappen aus geschliffenem und geöltem Linoleum.

Die großen Klappen werden ganz ohne Gestänge oder Seilzug von kleinen Metallwinkeln, die gleichzeitig die Innenbeleuchtung schalten, zuverlässig gehalten.

Diese Musiktruhe ist ein absolut modernes Möbel, dessen Wirkung auf den Betrachter mit zunehmender Auseinandersetzung noch wächst.

Herzlichen Glückwunsch!

Chancen beim Bundeswettbewerb

Experimentieren, kreatives Potenzial fördern und fordern – genau das ist das Ziel der „guten form“. Seit nunmehr 25 Jahren zeigt das Tischlerhandwerk in NRW mit
dem Wettbewerb und der Ausstellung, wie gestalterisch begabt die
Nachwuchskräfte sind.

Benedikt Held darf sich über einen Geldpreis in Höhe von 750 Euro freuen. Außerdem reist er mit seinem Gesellenstück im März 2012 zum Bundeswettbewerb nach München.